
Mangelnde Transparenz beim Tagesgeld
Die deutschen Geldinstitute lieferten sich eine wahre Schlacht, was die Verzinsung von Fest- und Tagesgeldkonten anging. Vier Prozent ab dem ersten Euro war keine Seltenheit und obendrein gab es noch kleine "Geschenke", die die Entscheidung zur Transferierung der eigenen ersparten Kröten vereinfachte. Heute, nur ein gutes Jahr später, sieht die Lage deutlich dramatischer aus, auch wenn man feststellen muss, dass sich die Zinssätze für Laufzeit- und Tagesgeldkonten langsam, sehr langsam wieder nach oben bewegen.
Die ganze Sache, so denke ich zumindest, hat dabei jedoch ein kleines Manko. Schon immer gilt die Regel, dass man sich "Kleingedrucktes" stets sehr genau durchlesen sollte. Was Tagesgeldkonten angeht muss ich feststellen, dass die Einhaltung dieser Regel selten so zwingend war wie eben heute.
Das BNP-Paribas Unternehmen Cortal Consors wirbt mit saftigen 3,5% auf Tagesgeld. Um diese, für die heutige Zeit "Traumzinsen" zu beziehen, erwartet man hier allerdings die Eröffnung eines Aktiendepots parallel zum Tagesgeldkonto. Ferner wird erwartet, dass man dieses Depot mit Wertpapieren füllt, die wiederum ein Finanzvolumen von mindestens 6000 Euro bilden.
Die in Frankfurt ansässige ING DiBA setzt wiederum zurzeit auf ein Konzept, dass sich auf den ersten Blick so gar nicht durchleuchten lässt. Man wirbt mit relativ bescheidenen 2,5% und gibt darüber hinaus eine Zinsgarantie bis einschließlich 31. Januar 2010 sowie einen "25 Euro Bonus", sofern man in den ersten vier Wochen nach Konteneröffnung einen Betrag von mindestens 5000 Euro auf das Konto transferiert. Bis dahin ist noch alles nachvollziehbar und logisch. Spannend wird es erst dann, wenn man lesen muss, dass es die Verzinsung von 2,5% nur auf das Geld gibt, das zwischen dem 4. und dem 25. September eingezahlt wurde. Summen, die sich bereits vor dem 4. September 2009 auf dem Konto befunden haben, werden mit 1,5% verzinst, was aber mit dem Geld, das nach dem 25. September eingezahlt wird? Hier lassen sich nur Vermutungen anstellen und meine persönliche Vermutung ist die, dass es nach dem 25.09.2009 wieder den Basiszins von 1,5% gibt.
Eines ist klar, man sollte auf jeden Fall genau hinschauen, wenn es um die Eröffnung eines Tagesgeldkontos geht. Ein kleiner Trost mag sein, dass zumindest Tagesgeldkonten nach wie vor keine Kündigungsfristen haben, in der Regel frei von Kontoführungsgebühren sind und somit das "Banken-Hopping" kein Problem darstellt. Prinzipiell kann man sein Geld schnell und unkompliziert rasch von der einen Bank zur anderen Bank befördern, wenn sich die Zinsen ändern. Da die Comdirect beispielsweise eine Tagesgeldverzinsung von nur noch 1,75% bietet, wollte ich mein Konto bei dieser Bank eigentlich kündigen. Inzwischen habe ich mich jedoch dazu entschieden das Konto weiterlaufen zu lassen, jedoch keinen einzigen Cent auf diesem anzulegen. Vielleicht sollte ich ein paar weitere Konten eröffnen. So kann man zeitnah sein Geld auf das Konto transferieren, dass tagesaktuell mit den höchsten Zinsen aufwartet.
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